VIPe – Vibe‑Inspired Prompt Engineering in der Praxis

Warum ich meine Mitarbeiter‑Verwaltung nicht „vibe‑coded“, sondern systematisch mit VIPe gebaut habe

Infobox: VIBE‑Coding vs. VIPe

BegriffBedeutungCharakter
VIBE‑CodingSpontanes, intuitives Arbeiten mit KI‑Prompts, oft Flow‑State‑getriebenkreativ, aber unstrukturiert
VIPe Vibe‑Inspired Prompt EngineeringFormaler, dokumentierter Prozess zur Übersetzung eines Vibes in reproduzierbare Prompt‑Architekturenstrukturiert, iterativ, technisch belastbar

Einleitung

Es gibt diese Tage, an denen das Internet kollektiv beschließt, dass jetzt der Wendepunkt erreicht ist. Neulich war wieder so einer. Plötzlich sprach alle Welt von VIBE‑Coding – dieser Idee, dass man nicht mehr wirklich programmiert, sondern in einem techno‑spirituellen Flow‑State durch Prompts schwebt, während die KI den Rest erledigt.

Und wie immer, wenn die Tech‑Szene in Euphorie verfällt, taucht sofort die Gegenbewegung auf:

  • Die Angst, dass „wir Entwickler“ bald nur noch nostalgische Fußnoten in einem Gartner‑Report sind.
  • Die Angst, dass die KI uns ersetzt.
  • Die Angst, dass wir irgendwann nur noch die Menschen sind, die den Stecker ziehen dürfen, wenn das Modell hängt.

Ich wollte wissen, was davon Substanz hat – und was nur die übliche Endzeit‑Romantik unserer Branche ist.

Also habe ich mir ein Projekt geschnappt, das so klassisch ist, dass es schon fast ironisch wirkt: eine Mitarbeiter‑Verwaltung. Der „Hello‑World“-Roman unter den Business‑Applikationen. Der Brot‑und‑Butter‑Use‑Case, den jeder Entwicklerin mindestens einmal gebaut hat, meistens unter Zeitdruck, selten mit Freude.

Ich habe ein Repository angelegt: 👉 https://github.com/blame76/a-vipe-coding-poc/ Und mir gesagt: Wenn KI wirklich so weit ist, dann sollte sie das hier mit links schaffen.

Warum ich nicht VIBE‑coded habe – sondern VIPe angewendet

Statt mich in einen esoterischen Prompt‑Flow zu werfen, habe ich mich für etwas entschieden, das sich eher nach Handwerk anfühlt – und das ich inzwischen als VIPe definiert ist:

  • Vibe‑Inspired Prompt Engineering
  • ein strukturierter, dokumentierter, iterativer Prozess
  • der kreative Visionen in reproduzierbare Prompt‑Architekturen übersetzt

Also kein Hokuspokus. Keine Magie. Nur Struktur, Klarheit und ein bisschen Vertrauen in die Maschine.

Ich habe mich bewusst gegen den „Euphorie‑Modus“ entschieden und stattdessen:

  • eine SPEC‑Datei geschrieben
  • 15 Prompts definiert
  • einen klaren VIPe‑Zyklus angewendet

Jeder Prompt baut auf dem vorherigen auf. Jede Iteration ist nachvollziehbar. Und jeder Schritt wird dokumentiert – nicht, um die KI zu beeindrucken, sondern um mich selbst nicht zu verlieren.

Warum VIPe besser funktioniert als VIBE‑Coding

VIBE‑Coding lebt vom Moment. VIPe lebt von der Struktur.

VIBE‑Coding ist ein Gefühl. VIPe ist ein Prozess.

VIBE‑Coding ist ein Flow‑State. VIPe ist ein Framework.

Und genau deshalb eignet sich VIPe für echte Projekte – nicht nur für Demo‑Tweets.

Was ich dokumentiere

Ich werde jeden Schritt festhalten:

  • Jeder Prompt bekommt seinen eigenen Blogpost.
  • Jede Iteration wird sichtbar.
  • Jede Abweichung wird erklärt.
  • Und am Ende gibt es ein Fazit – egal, ob das Ergebnis beeindruckend, ernüchternd oder einfach nur… interessant wird.

Vielleicht wird es ein Beweis dafür, dass KI uns nicht ersetzt, sondern uns zwingt, bessere Fragen zu stellen. Vielleicht wird es ein Beweis dafür, dass wir längst in einer Crichton‑Novelle leben, in der die Systeme schneller wachsen als unser Verständnis. Oder vielleicht wird es einfach ein Projekt, das Spaß macht.

Wie auch immer: Los geht’s.