A Vibe Coding POC – Einleitung

Einleitung

Es gibt diese Tage, an denen das Internet kollektiv beschließt, dass jetzt der Wendepunkt erreicht ist. Neulich war wieder so einer. Alle Welt sprach plötzlich von VIBE Coding – dieser Idee, dass man nicht mehr programmiert, sondern mit einer Art techno-spirituellem Flow‑State durch Prompts schwebt, während eine KI den Rest erledigt.Und wie immer, wenn die Tech‑Szene in Euphorie verfällt, taucht sofort die Gegenbewegung auf:

  • Die Angst, dass „wir Entwickler“ bald nur noch nostalgische Fußnoten in einem Gartner‑Report sind.
  • Die Angst, dass die KI uns ersetzt.
  • Die Angst, dass wir irgendwann nur noch die Menschen sind, die den Stecker ziehen dürfen, wenn das Modell hängt.

Ich wollte wissen, was davon Substanz hat – und was nur die übliche Endzeit‑Romantik unserer Branche ist. Also habe ich mir ein Projekt geschnappt, das so klassisch ist, dass es schon fast ironisch wirkt: Eine Mitarbeiter‑Verwaltung. Der „Hello World“-Roman unter den Business‑Applikationen. Der Brot-und-Butter‑Use‑Case, den jeder Entwicklerin mindestens einmal gebaut hat, meistens unter Zeitdruck, selten mit Freude.

Ich habe ein Repository angelegt: 👉 https://github.com/blame76/a-vibe-coding-poc/ und mir gesagt: Wenn KI wirklich so weit ist, dann sollte sie das hier mit links schaffen.

Aber statt eines gigantischen Superprompts, der alles auf einmal lösen soll – und dann doch nur in sich zusammenfällt wie ein schlecht trainiertes neuronales Kartenhaus – habe ich mich für etwas entschieden, das sich eher nach Handwerk anfühlt:

  • Eine SPEC-Datei.
  • 14 Prompts.
  • Ein iterativer Prozess.

Kein Hokuspokus. Keine Magie. Nur Struktur, Klarheit und ein bisschen Vertrauen in die Maschine.

Ich werde jeden Schritt dokumentieren. Jeder Prompt bekommt seinen eigenen Blogpost. Jede Iteration wird sichtbar. Und am Ende gibt es ein Fazit – egal, ob das Ergebnis beeindruckend, ernüchternd oder einfach nur… interessant wird.

Vielleicht wird es ein Beweis dafür, dass KI uns nicht ersetzt, sondern uns nur zwingt, bessere Fragen zu stellen. Vielleicht wird es ein Beweis dafür, dass wir längst in einer Crichton‑Novelle leben, in der die Systeme schneller wachsen als unser Verständnis. Oder vielleicht wird es einfach ein Projekt, das Spaß macht.

Wie auch immer: Los geht’s.